Jeju Doldam(제주돌담): 800 Jahre Vulkanwissen

Jeju Doldam(제주돌담): 800 Jahre Vulkanwissen

Die Insel Jeju ist von schwarzen Steinmauern bedeckt. Sie teilen die Felder, säumen die Straßen und umgeben traditionelle Häuser.

In Diesem Artikel

Warum Jeju voller Steinmauern ist Die Insel brachte ständig neue Steine hervor Mauern, die für den Wind gebaut wurden Eine Lösung aus dem 13. Jahrhundert Von nationaler zu globaler Anerkennung

Warum ist Jeju voller Steinmauern?

Die Insel Jeju ist von schwarzen Steinmauern bedeckt. Sie teilen die Felder, säumen die Straßen und umgeben traditionelle Häuser. Das Material ist fast immer dasselbe: Basalt, das vulkanische Gestein, aus dem die Insel selbst besteht.

Mit einer Gesamtlänge von über 20.000 Kilometern werden diese Mauern gemeinsam als heungnyongmalli bezeichnet — „zehntausend Meilen schwarzer Drache“ — wegen der Art, wie sie sich durch die Landschaft schlängeln.

Die Insel brachte ständig neue Steine hervor

Jeju entstand durch vulkanische Aktivität. Unter der Erde befindet sich erstarrte Lava, und jedes Mal, wenn Bauern ihre Felder pflügten, kamen Basaltstücke an die Oberfläche. Als Ochsenpflüge später durch motorisierte Maschinen ersetzt wurden, tauchten sogar noch größere Steine aus dem Boden auf.

Statt die Steine woanders zu entsorgen, stapelten die Bauern sie direkt vor Ort. Dadurch wurden das Räumen des Feldes und der Bau der Mauern praktisch Teil desselben Arbeitsprozesses.

Mauern, die für den Wind gebaut wurden

Jejus batdam-Steinmauern wurden nicht als geschlossene Barrieren errichtet. Zwischen den Steinen blieben absichtlich kleine Lücken, damit der Wind hindurchströmen konnte, anstatt direkt gegen die Mauer zu drücken. Dieses Prinzip wird pawung hyogwa genannt — der windbrechende Effekt.

Eine vollständig geschlossene Mauer würde unter Jejus starken Winden zusammenbrechen. Eine Mauer mit Lücken hält stand. Dieselbe Struktur verhinderte außerdem, dass Pferde und Rinder auf die Felder gelangten, und schützte gleichzeitig den fruchtbaren Boden davor, weggespült zu werden.

Eine Lösung aus dem 13. Jahrhundert, die blieb

Das Steinmauersystem wurde im Jahr 1234 während der Goryeo-Dynastie offiziell etabliert. Kim Gu (金坵, 1211–1278), der damals als Magistrat von Jeju eingesetzt worden war, ordnete den Bau von Steinbegrenzungen an, nachdem Streitigkeiten zwischen benachbarten Feldern außer Kontrolle geraten waren.

Historische Aufzeichnungen zeigen jedoch, dass Steinmauern bereits vor Kim Gus Ankunft existierten. Seine Anordnung verwandelte eine verstreute lokale Praxis allerdings in ein strukturiertes, inselweites System.

Von nationaler zu globaler Anerkennung

Im Januar 2013 wurden Jejus batdam als Koreas Nationales Wichtiges Landwirtschaftliches Kulturerbe Nr. 2 ausgezeichnet. Im darauffolgenden Jahr, im April 2014, wurden sie offiziell in das FAO-Programm der „Globally Important Agricultural Heritage Systems“ (GIAHS) aufgenommen.

Heute bemüht sich Jeju um den Status als immaterielles UNESCO-Kulturerbe — nicht als völlig neue Nominierung, sondern als Erweiterung der bereits 2018 eingetragenen „Kunst des Trockenmauerbaus“, die damals von acht Ländern, darunter Frankreich und Italien, eingereicht wurde.

Der offizielle Bewerbungsprozess begann im Jahr 2025, mit einem angestrebten Eintragungszeitraum von 2028 bis 2029.