Was Jeju-Matcha so besonders macht

Was Jeju-Matcha so besonders macht

1979 verstreute Suh Sung-whan, Gründer des koreanischen Kosmetikunternehmens Amorepacific, Grünteesamen auf einem kargen Steinfeld in Dosun-dong

In diesem Artikel

Eine Geschichte, die auf einem Steinfeld begann Warum Jeju-Matcha anders ist Wofür Jeju-Grüntee verwendet wird Das Teemuseum wird zu einem festen Bestandteil Jejus

Eine Geschichte, die auf einem Steinfeld begann

1979 verstreute Suh Sung-whan, Gründer des koreanischen Kosmetikunternehmens Amorepacific, Grünteesamen auf einem kargen Steinfeld in Dosun-dong, Seogwipo auf Jeju. Das Land galt als ungeeignet für die Landwirtschaft. Doch angetrieben von der Entschlossenheit, Koreas verblassende Teekultur wiederzubeleben, begann er das Geschäft trotzdem. Über mehr als vier Jahrzehnte hinweg schrieb Osulloc Verluste, während die Teefelder weiter ausgebaut wurden. Erst nach 2020 erzielte das Unternehmen schließlich Gewinne. 

Heute machen die Osulloc-Farmen 15 % der gesamten Grüntee-Anbaufläche Koreas und 25 % der Produktion aus. Die Farm produziert jährlich 800 Tonnen Tee-Zutaten und exportiert in mehr als zehn Länder, darunter Staaten in Europa und Nordamerika. Sie gewann mehrfach Gold beim World Tea Contest und belegte den ersten Platz auf der World Tea Expo in den Vereinigten Staaten.

Warum Jeju-Matcha anders ist

Es gibt geografische Gründe dafür, warum Jeju sich den Ruf als Premium-Teeanbaugebiet erworben hat. Der Hallasan sorgt in den mittleren Bergregionen der Insel für starke Temperaturschwankungen, während aus allen Richtungen hereinziehender Meernebel durchschnittlich 25 Tage im Jahr natürliche Beschattung bietet. Dieser Nebel schützt die Teeblätter vor direkter Sonneneinstrahlung, reduziert Bitterkeit und bringt eine natürliche Süße hervor. Jejus vulkanischer Boden besitzt eine außergewöhnlich hohe Porosität und enthält zehnmal mehr organische Stoffe als gewöhnlicher Boden. Diese Bedingungen schaffen zusammen eine Umgebung, die sich hervorragend für die Herstellung von hochwertigem Matcha eignet. 

Im Jahr 2023 verlagerte Osulloc seine sekundäre Verarbeitungsanlage von der Provinz Nord-Chungcheong nach Jeju und vollendete damit eine Produktionskette, die nun alles von der Blattkultivierung bis zur Verpackung des Endprodukts vollständig auf der Insel abwickelt. Damit wurde der Tee in jeder Hinsicht zu einem echten „Made in Jeju“-Produkt.

Wofür Jeju-Grüntee verwendet wird

Die Produktpalette aus Jeju-Matcha ist breiter, als die meisten Menschen erwarten — von exklusiven Jeju-Produkten, die nur im Teemuseum erhältlich sind, bis hin zu Artikeln, die landesweit in Geschäften und online verkauft werden. 

Matcha-Pulver ist die naheliegendste Variante. Mit seinem tiefen und klaren Geschmack eignet es sich hervorragend für Lattes und Milchtees. Der Matcha Pavé Sand — ein Matcha-Keks-Sandwich mit Matcha-Schokoladenfüllung — gehört zu den typischen Souvenirs des Teemuseums. Grüntee-Eiscreme zählt zu den meistverkauften Produkten des Museums und ist für Besucher Jejus beinahe zu einem Ritual geworden. Auch die Linie der Mischtees erfreut sich großer Beliebtheit: „Samdayeon Jeju Yonggul“ mit Noten von Jeju-Zeder und Yuzu sowie „Camellia Gotjawal“, eine Mischung aus Kamelienblüte, Ananas und Schwarztee, verkaufen sich konstant gut. Unter ihnen erzielt das nach Birne duftende „Moonlit Walk“ mit nur einem einzigen Produkt einen Jahresumsatz von über 6 Milliarden Won. 

Das Teemuseum serviert außerdem Matcha-Nudeln — frische handgemachte Nudeln, die täglich nach einem Rezept des Michelin-prämierten Küchenchefs Kim Do-yoon zubereitet werden und in drei Varianten erhältlich sind: in warmer Brühe, kalter Brühe und gemischt. Dahinter steckt die bewusste Idee, Matcha nicht nur als Getränk, sondern auch als Kochzutat zu verwenden.

Das Teemuseum wird zu einem festen Bestandteil Jejus

Das 2001 eröffnete Osulloc Teemuseum war Koreas erstes Teemuseum. Es befindet sich in Andeok-myeon, Seogwipo, und das Gebäude selbst wurde in Form einer Teeschale entworfen, eingebettet vor der Kulisse weitläufiger grüner Teefelder. Der Eintritt ist kostenlos. Der Blick auf die Teefelder durch die bodentiefen Fenster wurde vielfach in sozialen Medien geteilt, und das Museum ist längst zu einem festen Bestandteil jeder Jeju-Reise geworden. Besucher, die mit Grüntee-Eiscreme oder Grüntee-Rollkuchen in der Hand durch die Felder spazieren, sind inzwischen ein völlig gewöhnlicher Anblick.