Koreas vier einheimische Hunderassen
Korea besitzt Hunderassen, die seit Tausenden von Jahren an der Seite seiner Menschen leben. Der Jindo, der Pungsan, der Sapsali und der Donggyeongi…
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Koreas einheimische Hunderassen
Korea besitzt Hunderassen, die seit Tausenden von Jahren an der Seite seiner Menschen leben. Der Jindo, der Pungsan, der Sapsali und der Donggyeongi — alle vier sind als nationale Naturdenkmäler ausgewiesen, und jeder von ihnen besitzt ein eigenes Aussehen, Temperament und eine eigene Geschichte. In einem Haustiermarkt, der heute von ausländischen Rassen dominiert wird, bleiben diese Hunde auf eine Weise in der koreanischen Geschichte und Kultur verwurzelt, wie es keine importierte Rasse jemals sein könnte.
Jindo — Koreas bekanntester Hund
Der Jindo stammt von der Insel Jindo vor der südwestlichen Küste Südkoreas. Die geografische Isolation der Insel hielt die Blutlinie der Rasse über Jahrhunderte relativ rein, mit nur wenig Kreuzung von außen. Er ist als Naturdenkmal Nr. 53 ausgewiesen und die einzige koreanische Hunderasse, die internationale Anerkennung erhalten hat.
Jindos sind bekannt für ihre Loyalität, Intelligenz und ihren Mut. Sie gelten als außergewöhnlich hingebungsvoll gegenüber einem einzigen Besitzer — so sehr, dass sie sich bei einem Besitzerwechsel oft weigern, sich anzupassen, und versuchen, in ihr ursprüngliches Zuhause zurückzukehren. Geschichten von Jindos, die Hunderte Kilometer zu ihren ersten Besitzern zurückgelaufen sind, wurden dokumentiert und über Generationen weitergegeben. Auch ihr Jagdinstinkt ist stark ausgeprägt; historisch wurden sie als geschickte Jagdhunde eingesetzt, die Beute erlegen konnten, die weit größer war als sie selbst.
Pungsan — Der Hund aus Nordkorea
Der Pungsan stammt aus der Region Pungsan in der Provinz Süd-Hamgyŏng, im heutigen Nordkorea. Wenn der Jindo der repräsentative Hund des Südens ist, nimmt der Pungsan dieselbe Position im Norden ein. Diese Parallele ist so etabliert, dass sie zu einer Art Kurzform geworden ist: ein Land, zwei Hunde. Bei einem historischen innerkoreanischen Gipfeltreffen schenkte Nordkorea dem Süden ein Paar Pungsan-Hunde — eine Geste, die bedeutend genug war, um internationale Schlagzeilen zu machen.
Der Pungsan ist eine große, kräftig gebaute Rasse, die für die Jagd im rauen Berggelände Nordkoreas entwickelt wurde. Man sagt, er sei mutig genug gewesen, Tiger zu verfolgen — eine Behauptung, die viel über die Bedingungen aussagt, für die er gezüchtet wurde. Trotz seines wilden Rufs im Jagdgebiet ist er seinem Besitzer gegenüber im Allgemeinen sanft. Ein charakteristisches körperliches Merkmal: Selbst im Erwachsenenalter bleiben seine Ohren leicht gefaltet, anstatt vollständig aufrecht zu stehen.
Sapsali — Der geistervertreibende Hund
Der Name Sapsali trägt seine Bedeutung direkt in sich: „sal“ (煞) bezieht sich auf Unglück oder böse Energie, und „sap“ (揷) bedeutet, sie zu vertreiben. Der Hund, der Geister vertreibt. Über Jahrhunderte hielten Koreaner Sapsali in ihren Höfen, weil sie glaubten, dass die Rasse bösartige Kräfte abwehren und den Haushalt schützen würde. Er ist als Naturdenkmal Nr. 368 ausgewiesen.
Das Aussehen des Sapsali ist sofort unverwechselbar. Sein gesamter Körper ist mit langem, dichtem Fell bedeckt, das häufig seine Augen vollständig verdeckt. Alte Texte verglichen ihn mit einem Löwen — ein Hinweis auf seinen großen, zotteligen Kopf. Trotz seines imposanten Erscheinungsbildes ist die Rasse loyal und mutig. Während der japanischen Kolonialzeit wurden Sapsali wegen ihres Fells in großer Zahl getötet, wodurch die Rasse beinahe ausstarb. Wiederherstellungsbemühungen in den folgenden Jahrzehnten haben sie zurückgebracht, doch der beinahe erfolgte Verlust bleibt Teil der Geschichte der Rasse.
Donggyeongi — Der schwanzlose Hund von Gyeongju
Der Donggyeongi stammt aus Gyeongju, der alten Hauptstadt des Silla-Königreichs, und ist als Naturdenkmal Nr. 540 ausgewiesen. Sein sofort erkennbares Merkmal ist sein Schwanz — oder vielmehr das Fehlen eines solchen. Donggyeongi werden entweder ganz ohne Schwanz oder mit einem extrem kurzen Schwanz geboren. Dies ist nicht das Ergebnis des Kupierens; es handelt sich um ein natürliches genetisches Merkmal, das die Rasse seit über tausend Jahren trägt. Tonfiguren von Hunden, die aus Silla-Gräbern des sechsten Jahrhunderts ausgegraben wurden, zeigen dasselbe Stummelschwanz-Profil und verankern die Rasse fest in Koreas alter Geschichte.
DNA-Analysen haben gezeigt, dass sich der Donggyeongi und der Jindo vor ungefähr 900 Jahren von einem gemeinsamen Vorfahren trennten. Im Gegensatz zu den meisten anderen koreanischen einheimischen Rassen ist der Donggyeongi Menschen gegenüber relativ offen und passt sich leichter an menschliche Interaktion an. Er ist die kleinste der vier einheimischen Rassen und ähnelt — abgesehen von seinem fehlenden Schwanz — dem Jindo im Aussehen sehr stark.