Korea-Reiseführer für Erstbesucher: Was Reisende wissen sollten
Korea wird häufig als eines der reisefreundlichsten Länder Asiens genannt. Das öffentliche Verkehrsnetz ist gut ausgebaut, die Städte sind vergleichsweise sicher…
In diesem Artikel
Korea wird häufig als eines der reisefreundlichsten Länder Asiens genannt. Das öffentliche Verkehrsnetz ist gut ausgebaut, die Städte sind vergleichsweise sicher, und Karten- sowie Mobilzahlungen sind weit verbreitet. In Großstädten wie Seoul ist man bis spät in die Nacht mobil, und die alltägliche Infrastruktur — Supermärkte, Convenience-Stores, Cafés — ist gut erschlossen.
Erstbesucher aus dem Ausland stoßen jedoch mitunter auf unerwartete Hürden: Welche Fahrkarte soll ich kaufen? Welche Karten-App ersetzt Google Maps? Wie kommuniziere ich mit einem Taxifahrer, der kein Englisch spricht? Jede dieser Fragen wirkt für sich genommen klein — doch ohne Antworten steigt die Reisemüdigkeit schnell.
Dieser Leitfaden enthält ausschließlich praktische Informationen, die einen echten Unterschied machen. Es sind die grundlegenden Dinge, die das Reisen in Korea erheblich erleichtern.
Fortbewegung: Am besten mit der U-Bahn starten
Für Erstbesucher ist die U-Bahn das zuverlässigste Fortbewegungsmittel. Die Seouler U-Bahn verbindet die meisten Teile des Stadtzentrums und reicht bis in umliegende Städte wie Incheon, Suwon und Gapyeong. Die Stationsbeschilderung ist in der Regel auf Koreanisch, Englisch, Chinesisch und Japanisch verfügbar, und die Umsteigeverbindungen sind gut strukturiert.
Busse sind günstiger und bieten feinmaschigere Verbindungen, können für Erstbesucher aber durch Haltestellen-Namen und Einstiegsmodalitäten verwirrend sein. Empfehlenswert ist es, die ersten Tage hauptsächlich mit der U-Bahn zu fahren und erst nach dem Eingewöhnen auch Busse zu nutzen.
Für Fernreisen innerhalb Koreas ist der KTX am bequemsten. Die Strecke von Seoul nach Busan dauert rund zwei Stunden und dreißig Minuten. Tickets sind über die offizielle Korail-Website oder -App buchbar. Der SRT ist ein separater Hochgeschwindigkeitszug, der über die SR-App gebucht werden kann.
Der KR Pass — ein Bahnpass für ausländische Besucher — ermöglicht unbegrenzte Fahrten auf bestimmten Zugverbindungen für einen festgelegten Zeitraum. Wer mehrere Städte in kurzer Zeit besuchen möchte, kann damit Kosten sparen.
Karten-Apps: Naver Map und KakaoMap sind zuverlässiger
Eine der häufigsten Überraschungen für ausländische Reisende in Korea ist die Situation bei den Karten-Apps. Google Maps hat in Korea bei Fußwegen und öffentlichen Verkehrsverbindungen teils eingeschränkte Genauigkeit, weshalb Einheimische hauptsächlich Naver Map und KakaoMap verwenden.
Beide Apps unterstützen eine englische Benutzeroberfläche und bieten in der Regel genauere U-Bahn-Umsteigezeiten, Bus-Ankunftsinformationen und Fußwegnavigation. Sie enthalten zudem mehr lokal erfasste Restaurant- und Café-Daten, was sie in der Praxis deutlich nützlicher macht.
Wer eine Korea-Reise plant, sollte eine der beiden Apps bereits vor der Abreise installieren.
Fahrkarte: Gleich am ersten Tag kaufen
Eines der ersten Dinge, die man bei einem Korea-Besuch vorbereiten sollte, ist eine T-Money-Karte — eine aufladbare Fahrkarte, die landesweit für U-Bahnen, Busse und teilweise auch Taxis akzeptiert wird.
Sie ist in Convenience-Stores wie GS25, CU, 7-Eleven und emart24 sowie an Informationsschaltern am Flughafen erhältlich. Die Karte selbst kostet in der Regel rund 2.500 Won und kann an Convenience-Store-Kassen oder Aufladeterminals in U-Bahn-Stationen mit Bargeld aufgeladen werden. Die meisten Terminals bieten ein englisches Menü an.
Der praktischste Vorteil der T-Money-Karte ist der Umsteigerabatt. Wechselt man innerhalb eines bestimmten Zeitfensters zwischen U-Bahn und Bus, wird der Aufpreis reduziert oder entfällt ganz. Ohne Fahrkarte wird bei jeder Einzelfahrt der volle Grundtarif berechnet.
Einwegfahrscheine sind ebenfalls erhältlich, erfordern jedoch eine Pfandrückgabe, die für Kurzurlauber umständlich sein kann. Für alle, die länger als einen Tag bleiben, ist T-Money die praktischere Wahl.
Einige Mobile-Wallet-Dienste unterstützen zwar auch die Fahrkartenfunktion, diese kann jedoch je nach Geräteeinstellungen oder ausländisch ausgestellter Karte eingeschränkt sein. Für Erstbesucher ist die physische Karte die verlässlichste Option.
Taxis: Ziel auf Koreanisch zeigen
Koreanische Taxis sind vergleichsweise günstig und sicher. Die meisten arbeiten mit einem Taxameterpreissystem, Trinkgeld ist nicht üblich. Zahlung per Bargeld, Karte oder T-Money wird akzeptiert, nach Mitternacht gilt ein Nachtzuschlag.
Die häufigste Herausforderung für ausländische Besucher ist die Sprachbarriere. Da nicht alle Fahrer Englisch sprechen, ist es am praktischsten, die Zieladresse auf Koreanisch zu zeigen. Eine kurze Suche in einer Karten-App zeigt die koreanische Adresse eines jeden Ortes an.
Eine bequemere Möglichkeit ist die KakaoT-App, die meistgenutzte Taxi-Bestell-App in Korea, die ähnlich wie Uber funktioniert. Nach Eingabe des Ziels wird der geschätzte Fahrpreis angezeigt, und eine In-App-Zahlung ist möglich. Die App unterstützt auch eine englische Benutzeroberfläche.
Zu beachten ist, dass manche im Ausland ausgestellten Karten bei der App-Zahlung möglicherweise nicht korrekt verarbeitet werden. Am ersten Tag empfiehlt es sich, eine physische Karte oder etwas Bargeld als Backup parat zu haben.
Daten: Wichtiger als man denkt
In Großstädten wie Seoul ist kostenloses WLAN vergleichsweise leicht zu finden. Wer jedoch häufig unterwegs ist oder Regionalregionen besucht, wird mit einem eigenen Datentarif deutlich besser zurechtkommen. Navigation, Übersetzung, Taxi-Bestellung und Messaging sind alle stark von einer Datenverbindung abhängig.
Es gibt drei Hauptoptionen:
Lokale SIM-Karte — Am Ankunftsbereich des Incheon-Flughafens sind Schalter der Anbieter KT, SK Telecom und LG U+ zu finden. Das Angebot reicht von reinen Datentarifen bis hin zu Tarifen mit koreanischer Telefonnummer. Für den Kauf wird ein Reisepass benötigt.
eSIM — Bei eSIM-fähigen Smartphones kann ein Tarif online vor der Abreise erworben und sofort aktiviert werden. Der größte Vorteil: kein Anstehen am Flughafen. Verschiedene Kurzreise-Tarife sind verfügbar.
Pocket-WLAN — Ein tragbares WLAN-Gerät, das mehrere Geräte gleichzeitig verbinden kann. Praktisch bei Reisen mit Freunden oder Familie. Nachteile: tägliches Aufladen erforderlich und ein zusätzliches Gerät muss mitgeführt werden.
Was Erstbesucher oft überrascht
Powerbank mitnehmen. Die Mobilabhängigkeit in Korea ist hoch. Karten, mobile Zahlungen, Übersetzungs-Apps und Taxi-Bestellungen laufen alle über das Smartphone. Bei einem vollen Reisetag — besonders mit viel Laufen oder Fotografieren — leert sich der Akku schneller als erwartet. Viele Reisende berichten, dass die Akkulaufzeit am Ende wichtiger war als der WLAN-Zugang.
Öffentliche Mülleimer sind seltener als erwartet. Selbst in Großstädten wie Seoul sind öffentliche Mülleimer auf der Straße mitunter schwer zu finden. Wer Straßenessen oder Kaffee dabei hat, findet nicht immer sofort eine Entsorgungsmöglichkeit. Recyclingbehälter vor Convenience-Stores oder Mülleimer in U-Bahn-Stationen sind meist die zugänglichsten Optionen.
Öffentliche Toiletten hingegen sind reichlich vorhanden. Kostenlose Toiletten sind an U-Bahn-Stationen, in großen Gebäuden, Einkaufszentren und Cafés in der Regel leicht zu finden.
Etwas Bargeld bereithalten. Korea hat eine sehr hohe Kartenakzeptanzrate, aber manche Stände auf traditionellen Märkten und ältere kleinere Restaurants akzeptieren nur Bargeld. Etwa 20.000 bis 30.000 Won als Reserve zu haben, reicht in der Regel aus.
Essen bietet oft ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Convenience-Store-Klassiker wie Kimbap, Dreieck-Reis-Onigiri und Sandwiches sind günstig. Ein Gericht wie Bibimbap, Soondubu-Jjigae oder Doenjang-Jjigae in einem normalen Restaurant ist in der Regel erschwinglich. Traditionelle Märkte wie der Gwangjang-Markt, der Namdaemun-Markt und der Mangwon-Markt sind gute Orte, um günstig und abwechslungsreich zu essen. Unterkunft im Zentrum Seouls, Marken-Cafés und manche Obstsorten können hingegen teurer sein als erwartet — besonders in der Hochsaison.
Bei Problemen: 1330 anrufen
Eine der nützlichsten offiziellen Anlaufstellen während einer Korea-Reise ist die Tourismusinformations-Hotline 1330 der Korea Tourism Organization.
Sie ist rund um die Uhr erreichbar und bietet Beratung auf Koreanisch, Englisch, Japanisch und Chinesisch. Zu den Leistungen gehören Wegbeschreibungen zu Krankenhäusern, allgemeine Tourismusauskünfte, Fundsachenanfragen und Dolmetscherhilfe.
Anrufe aus Korea sind in der Regel kostenlos, und der Service wird von vielen ausländischen Reisenden tatsächlich genutzt. Er ist jedoch wenig bekannt — viele Besucher wissen schlicht nicht, dass es ihn gibt.
Mit ein wenig Vorbereitung lässt sich in Korea sehr angenehm reisen. Das öffentliche Verkehrsnetz, die Convenience-Stores, die öffentliche Sicherheit und die digitale Infrastruktur sind allesamt stark ausgebaut. Nach den ersten Eingewöhnungstagen fühlt sich das Reisen in Korea in der Regel deutlich effizienter und angenehmer an als erwartet.