Jeolpyeon — Koreanischer Reiskuchen mit Mustern

Jeolpyeon — Koreanischer Reiskuchen mit Mustern

Unter den traditionellen koreanischen Reiskuchen gibt es einige, in deren Oberfläche Blumen- oder geometrische Muster eingedrückt sind.

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Jeolpyeon — Der koreanische Reiskuchen mit eingestempelten Mustern Was ist Jeolpyeon? Wann wird er gegessen — und wie schmeckt er? Wie wird er hergestellt?

Jeolpyeon — Der koreanische Reiskuchen mit eingestempelten Mustern

Unter den traditionellen koreanischen Reiskuchen gibt es einige, in deren Oberfläche Blumen- oder geometrische Muster eingedrückt sind. Das ist Jeolpyeon. Hergestellt auf einer weißen oder blassgrünen Basis und mit kunstvollen Designs versehen, ist er fast zu schön zum Essen — und hinter ihm stehen mehrere Jahrhunderte Geschichte.

Was ist Jeolpyeon?

Jeolpyeon wird hergestellt, indem nicht-klebriges Reismehl gedämpft, anschließend zu einer zähen Konsistenz zerstampft und dann mit einem Holzstempel namens Tteoksal geprägt wird, um ein Muster zu erzeugen. Der Name stammt von jeolgi — dem koreanischen Wort für saisonale Wendepunkte — und spiegelt die Vorstellung wider, dass dieser Reiskuchen im Einklang mit den Jahreszeiten gegessen wurde. Der Geschmack ist zäh und schlicht, und normalerweise wird er mit Sesamöl bestrichen oder in Honig getunkt gegessen. Es gibt auch verschiedene Farbvarianten: Durch die Zugabe von Beifuß entsteht grüner Jeolpyeon, während Gardenie ihm einen gelben Farbton verleiht.

Wann wird er gegessen — und wie schmeckt er?

Jeolpyeon ist eng mit Koreas wichtigen Ritualen und Zeremonien verbunden. Er erscheint auf Ahnentischen und wurde auch auf Hochzeitstafeln platziert. Bei traditionellen Hochzeiten wurde Jeolpyeon in Form eines Hahnenpaares — ein männlicher und ein weiblicher Hahn — gestaltet, um das Ehepaar zu symbolisieren. Zu Seollal, dem koreanischen Neujahr nach dem Mondkalender, stellten viele Haushalte Jeolpyeon zusammen mit Garaetteok her. Er wurde außerdem häufig Nachbarn geschenkt, wenn man in ein neues Zuhause zog oder einen Neuanfang markierte. Auch heute erscheint er noch regelmäßig auf Zeremonientischen und während Feiertagen.

Der Geschmack ist zäh und schlicht. Es gibt fast keine Süße, was Erstesser überraschen kann — er hat weder die Füllung eines Chapssal-Tteok noch die Ummantelung eines Injeolmi. Im Grunde schmeckt er einfach nach Reis selbst. Gerade diese Schlichtheit ist der Grund, warum er fast immer zusammen mit etwas anderem gegessen wird: Mit Sesamöl bestrichen bekommt die Oberfläche ein nussiges Aroma und einen Glanz, und Honig oder Getreidesirup liefern die Süße, die dem Kuchen selbst fehlt. Frisch gemachter Jeolpyeon ist weich und zäh, wird jedoch mit der Zeit fester. Von der Konsistenz her ist er mit japanischem Mochi vergleichbar, allerdings deutlich weniger süß und geschmacklich neutraler.

Wie wird er hergestellt?

Der Prozess lässt sich in drei Hauptschritte unterteilen. Zuerst wird nicht-klebriger Reis gewaschen, eingeweicht und zu Mehl gemahlen. Dieses Mehl wird in einen Dämpfer gefüllt und durchgegart. Nach dem Dämpfen wird der Teig — mit Mörser und Stößel oder einem Holzhammer — zerstampft, bis er genügend Elastizität entwickelt. Schließlich wird er in Portionen geteilt, und der Tteoksal-Stempel wird fest in die Oberfläche gedrückt, um das Muster zu hinterlassen. Die in die Tteoksal geschnitzten Designs variieren: Blumen, Fische und Schriftzeichen für Langlebigkeit oder Glück gehören zu den häufigsten Motiven. In älteren Haushalten wurde der Tteoksal einer Familie über Generationen hinweg weitergegeben, wobei jeder sein eigenes charakteristisches Muster trug.