Koreas Erfolgsdrama „Perfect Crown“ steht in der Kritik — hier ist der Grund

Koreas Erfolgsdrama „Perfect Crown“ steht in der Kritik — hier ist der Grund

My Dearest Lady (21세기 대군부인) ist ein romantisches MBC-Drama, das in einem Südkorea des 21. Jahrhunderts spielt, das noch immer unter einer konstitutionellen Monarchie steht.

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Ein globaler Hit scheitert auf der Zielgeraden Die Szene, mit der alles begann Besetzung und Produktion entschuldigen sich — aber es reichte nicht Eine nationale Petition überschreitet 50.000 Unterschriften Der Geist von „Joseon Exorcist“ kehrt zurück

Ein globaler Hit scheitert auf der Zielgeraden

My Dearest Lady (21세기 대군부인) ist ein romantisches MBC-Drama, das in einem Südkorea des 21. Jahrhunderts spielt, das noch immer unter einer konstitutionellen Monarchie steht. Die Hauptrollen spielen IU (Lee Ji-eun) als Seong Hui-ju, eine wohlhabende Erbin aus einer mächtigen Chaebol-Familie, und Byeon Woo-seok als Prinz Lee An, ein Mann königlichen Blutes, der nichts erben wird. Das Finale erreichte landesweit eine Einschaltquote von 13,8 % — ein Serienrekord — und die Serie wurde nach ihrer internationalen Veröffentlichung fast einen Monat lang zur meistgesehenen koreanischen Serie weltweit auf Disney+. Dann änderte in der Schlussphase eine einzige Szene die gesamte Diskussion.

Die Szene, mit der alles begann

Die Kontroverse begann mit Episode 11, die am 15. Mai 2026 ausgestrahlt wurde. In der Folge wird Prinz Lee An in einer formellen Krönungszeremonie gekrönt — doch zwei Details alarmierten koreanische Zuschauer sofort. Erstens trug er eine neunstufige guryumyeongwan, eine Krone, die historisch mit Vasallen eines größeren Imperiums verbunden war, statt der zwölfstufigen Krone, die einen souveränen, unabhängigen Herrscher symbolisiert. Zweitens rief der versammelte Hof „cheonse“ (천세, „mögest du tausend Jahre leben“) — eine Anredeform für Herrscher untergeordneter Königreiche — anstelle des traditionellen koreanischen „manse“ (만세, „zehntausend Jahre“). Darüber hinaus wurden Figuren gezeigt, die eine chinesische Teezeremonie statt eines traditionellen koreanischen Teerituals durchführten. Zusammengenommen schienen diese Szenen Südkorea nicht als unabhängige Nation, sondern als untergeordneten Staat innerhalb einer chinesischen imperialen Ordnung darzustellen — genau das Narrativ, das Chinas laufendes Nordost-Projekt (동북공정) fördern will.

Besetzung und Produktion entschuldigen sich — aber es reichte nicht

Das Produktionsteam veröffentlichte am Tag nach der Ausstrahlung der Episode eine formelle öffentliche Entschuldigung und erklärte, man habe „es versäumt, die Veränderungen der Joseon-Hofetikette sorgfältig zu prüfen“, und versprach, Audio und Untertitel für Wiederholungen und Streaming-Plattformen zu überarbeiten. Beide Hauptdarsteller veröffentlichten daraufhin eigene Stellungnahmen in den sozialen Medien. Byeon Woo-seok teilte eine handgeschriebene Entschuldigung auf Instagram: „Es tut mir aufrichtig leid. Ich werde jedes Projekt künftig mit größerer Sorgfalt und Tiefe angehen.“ Auch IU äußerte ihr Bedauern in einem öffentlichen Beitrag. Für viele Zuschauer konnten die Entschuldigungen jedoch nicht rückgängig machen, was bereits Millionen internationaler Zuschauer in Echtzeit gesehen hatten — Zuschauer, die keine Möglichkeit hatten zu erkennen, welche historische Verzerrung sie sahen.

Eine nationale Petition überschreitet 50.000 Unterschriften

Während sich die Entschuldigungen verbreiteten, erschien auf dem öffentlichen Petitionsportal der südkoreanischen Nationalversammlung eine formelle Petition. Innerhalb weniger Tage überschritt sie 50.000 Unterschriften — die Schwelle, die erforderlich ist, damit die Versammlung sie offiziell prüft. Die Unterzeichner forderten drei Dinge: einen sofortigen Stopp aller verbleibenden Ausstrahlungen; die vollständige Entfernung der Serie von allen nationalen und internationalen OTT- und VOD-Plattformen; sowie die Schaffung dauerhafter Gesetze, die ähnliche Produktionen künftig von staatlicher Förderung ausschließen. Die Petitionäre argumentierten, dass nachträgliche Korrekturen unzureichend seien und dass die globale Reichweite von Streaming-Plattformen die Tragweite kategorisch von früheren Fehlern im nationalen Fernsehen unterscheide.

Der Geist von „Joseon Exorcist“ kehrt zurück

Für viele Beobachter fühlte sich die Kontroverse wie eine beunruhigende Wiederholung der Geschichte an. Im Jahr 2021 wurde das SBS-Drama Joseon Exorcist bereits nach nur zwei Episoden abgesetzt — nach einem nahezu identischen Aufschrei über chinesisch anmutende Requisiten und visuelle Elemente, die laut Kritikern die koreanische Kultur falsch darstellten. Fünf Jahre später ist dieselbe Debatte zurück. Hinzu kommt eine finanzielle Dimension der Aufarbeitung: My Dearest Lady erhielt Produktionsförderung von der Korea Creative Content Agency (KOCCA), wobei Langformat-Dramen Anspruch auf bis zu 2 Milliarden südkoreanische Won Fördergelder haben. Die Möglichkeit, dass diese Mittel nun zurückgefordert werden könnten, wirft eine Frage auf, die die Branche bis heute nicht beantwortet hat — wer trägt in einer Ära, in der koreanische Inhalte in Echtzeit Hunderte Millionen Zuschauer weltweit erreichen, die Verantwortung dafür, dass die Geschichte darüber, wo Korea historisch steht, nicht umgeschrieben wird?