Eine knusprige Erfolgsgeschichte: Die berühmte „Hähnchen-Straße“ in Suwon
In einer engen Gasse nahe dem Paldalmun-Tor – dem südlichen Eingang zur Festung Suwon Hwaseong – erfüllt der Duft von heißem Öl und knusprigem Hühnerfleisch die Luft. Willkommen in der Suwon Tongdak Street, einem der beliebtesten Streetfood-Ziele Koreas, wo ganze Hühner seit Jahrzehnten in gusseisernen Kesseln frittiert werden.
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Geschichte und Ursprünge
Die Suwon Tongdak Street (수원 통닭거리) hat ihre Wurzeln in kleinen Marktständen rund um das Paldalmun-Marktgebiet, wo Händler Öl in große gusseiserne Kessel füllten und auf Bestellung ganze Hühner frittieren ließen. Im Laufe der Zeit wuchsen diese bescheidenen Stände zu einer etwa 100 Meter langen Reihe etablierter Restaurants heran, von denen jedes seinen eigenen treuen Stammkundenkreis besitzt.
Die charakteristische Zubereitungsmethode – das Frittieren von Hühnchen in einem schweren Eisenkessel bei hoher Hitze – erzeugt eine Textur, die Koreaner als gyeotbaksokcchok (겉바속촉) bezeichnen: außen knusprig, innen saftig. Da ein schwerer Kessel die Wärme weit besser hält als eine gewöhnliche Fritteuse, bleibt die Öltemperatur während des gesamten Garvorgangs stabil und sorgt für ein gleichmäßiges, konsistentes Knuspern, das anderswo nur schwer zu erreichen ist.
Als sich traditionsreiche Lokale wie Jinmi Tongdak (진미통닭), Yongseong Tongdak (용성통닭), Maeahyang Tongdak (매향통닭) und Nammun Tongdak (남문통닭) Seite an Seite niederließen, entstand ganz organisch eine Feinschmeckergasse. Heute reihen sich an Wochenenden lange Warteschlangen durch die Gasse, denn Besucher aus dem ganzen Land und darüber hinaus strömen hierher.
Signaturgerichte und Esskultur
Die Speisekarten hier unterscheiden sich von denen gewöhnlicher Frittierhuhn-Ketten sowohl in der Zubereitung als auch in der Esskultur. Dies sind die wichtigsten Gerichte, auf die Sie wahrscheinlich treffen werden:
- Gamasot Huraied Tongdak (가마솥 후라이드 통닭) — Ein ganzes oder zerlegtes Hähnchen, das eingelegt und in einem gusseisernen Kessel frittiert wird. Als Zugabe wird typischerweise eine kleine, kostenlose Portion knusprigem dak-ddong-jib (닭똥집, Hähnchenmagen) gereicht – eine lokale Delikatesse für sich.
- Suwon Wanggalbi Tongdak (수원 왕갈비통닭) — Im Kessel frittiertes Hähnchen, verfeinert mit einer speziellen Sojasoßen-Marinade, die von Suwons historischer Wanggalbi (왕갈비)-Rinderrippentradition inspiriert ist. Die Sauce ist süß und leicht herzhaft. Dieses Gericht erlangte landesweite Bekanntheit nach dem Erfolg des koreanischen Films Extreme Job (극한직업, 2019), der eine fiktive Variante des Konzepts zeigte.
- Chicken-Sandwich im Morgenbrötchen — Knuspriges Hähnchen und Krautsalat werden zusammen mit weichen Brötchen serviert. Die Gäste werden ermutigt, ihre eigene Kombination zusammenzustellen – ein Ausdruck des koreanischen Modisumer-Trends (모디슈머), bei dem Verbraucher Standardgerichte nach eigenem Geschmack abwandeln.
Insbesondere das Wanggalbi Tongdak wird häufig als Beispiel für erfolgreiches lokales Branding genannt: Es knüpft an Suwons Identität als historische Viehhändlerstadt an und überträgt dieses kulinarische Erbe in ein Gericht, das ein modernes, breites Publikum anspricht.
Ein lokales Wahrzeichen jenseits des Essens
Die Suwon Tongdak Street fungiert nicht nur als gastronomisches Ziel, sondern als wichtiger Knotenpunkt in einem umfassenderen lokalen Tourismuskreislauf. Die Festung Suwon Hwaseong (수원 화성), ein UNESCO-Weltkulturerbe, liegt nur wenige Minuten entfernt. Das nahegelegene Café-Viertel in Haenggunddong – von Einheimischen Haengni-dan-gil (행리단길) genannt – sowie traditionelle Märkte wie der Jidong-Markt (지동시장) und der Paldal-Markt (팔달시장) sind alle durch einen kurzen Spaziergang über den Suwon-Bach miteinander verbunden.
Diese räumliche Nähe ermöglicht ein natürliches Tagesausflugsprogramm: tagsüber die Festungsmauern und das historische Haenggung-Palastgelände erkunden, abends den Bach überqueren und die analoge Wärme der Hühnerallee erleben. Diese Kombination hat die Suwon Tongdak Street zu einem bevorzugten Ziel sowohl für jüngere inländische Reisende als auch für internationale Besucher gemacht, die ein authentisches, nicht-franchisegeprägtes kulinarisches Erlebnis suchen.
Abschließende Bemerkung
In einer Ära, in der Kettenrestaurants und standardisierte Geschmäcker die Gastronomie dominieren, hat die Suwon Tongdak Street ihren Stand gehalten, indem sie ihren gusseisernen Wurzeln treu geblieben ist. Der Duft von heißem Öl, die großzügigen Portionen und die bodenständige Atmosphäre haben Generationen von Besuchern immer wieder zurückgebracht. Solange die Kessel brodeln, wird diese Gasse eines der markantesten Ziele der koreanischen Esskultur bleiben.
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