Warum Koreaner durch das Essen von Suppe ein Jahr älter werden
Tteokguk und Songpyeon symbolisieren Koreas zwei größte Feiertage, während Jeon – von der ganzen Familie gebratene Pfannkuchen – den Rest des Tisches füllt.
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Koreanisches Feiertagsessen — Tteokguk, Songpyeon und Jeon
Koreas zwei größte Feiertage sind Seollal, das Mondneujahr, und Chuseok, das Erntedankfest. Bei beiden spielt Essen eine zentrale Rolle. Tteokguk und Songpyeon sind Gerichte, die die Feiertage selbst symbolisieren, während Jeon ein weiterer fester Bestandteil ist, der den Tisch und die Szenerie darum herum ausfüllt.
Tteokguk — Eine Schüssel, ein Jahr mehr
Am Morgen von Seollal isst fast jeder Haushalt in Korea Tteokguk – dünne Scheiben weißen Reiskuchens, die in einer klaren Brühe geköchelt werden. Der Reiskuchen ist weiß, weil er für eine unbeschriebene Tafel und einen Neuanfang steht. In Korea gibt es den langjährigen Glauben, dass man ein Jahr älter wird, wenn man an Neujahr eine Schüssel Tteokguk aufisst. Deshalb fragen Koreaner manchmal indirekt nach dem Alter, indem sie sagen: „Wie viele Schüsseln Tteokguk haben Sie schon gegessen?“ Tteokguk wird während der Ahnenriten auch auf den Gedenktisch gestellt und hat als Ritual, das den Beginn eines neuen Jahres markiert, eine besondere Bedeutung.
Songpyeon — Der Halbmond-Reiskuchen, der nur an Chuseok gegessen wird
Songpyeon ist das typische Essen von Chuseok. Teig aus Reismehl wird mit Sesamsamen, Bohnen oder roten Bohnen gefüllt, zu einem Halbmond geformt und über einem Bett aus Kiefernnadeln gedämpft. Er wird aus dem frisch geernteten Getreide dieses Jahres hergestellt und drückt den Ahnen die Dankbarkeit für die Ernte aus. Auch hinter der Form verbirgt sich eine Geschichte: Beim Füllen und Falten des Teigs verwandelt er sich von einer Form, die einem Vollmond ähnelt, in einen Halbmond. Manche interpretieren dies so, dass der Reiskuchen beide Mondphasen gleichzeitig symbolisiert. Es wird angenommen, dass Songpyeon während der Goryeo-Dynastie weite Verbreitung fand, und es handelt sich um einen unverkennbar koreanischen Reiskuchen – vergleichbare Gerichte sind in China oder Japan kaum zu finden. Die Kiefernnadeln erfüllen einen doppelten Zweck: Sie verleihen Duft und verhindern, dass die Reiskuchen zusammenkleben.
Jeon — Das gebratene Essen, das den Feiertagstisch füllt
Jeon wird hergestellt, indem man Fisch, Fleisch oder Gemüse in dünne Scheiben schneidet und sie in einem leichten Teig in der Pfanne brät. Es ist ein fester Bestandteil des Gedenktisches sowohl bei Seollal als auch bei Chuseok, und die gemeinsame Zubereitung von Jeon als Familie ist eine der bekanntesten Szenen der Feiertagssaison in Korea. Allerdings erfordert die Zubereitung von Jeon viel Zeit und Mühe, und der Geruch von Frittieröl hängt oft stundenlang in der Küche – was in den letzten Jahren zu einer wachsenden Bewegung zur Vereinfachung der Feiertags-Gedenktische geführt hat. Das konfuzianische Institut Sungkyunkwan hat sogar standardisierte Richtlinien herausgegeben, die besagen, dass gebratene Gerichte überhaupt nicht auf dem Gedenktisch stehen müssen. Der Umgang mit den nach den Feiertagen übrig gebliebenen Jeon ist zu einer eigenen kleinen Tradition geworden. Direkt nach jeder Feiertagssaison kursieren neue Rezepte für die Wiederverwendung von übrig gebliebenem Jeon und Namul.