Manjanggul und das Geomunoreum-Lavahöhlensystem: Im UNESCO-Untergrund von Jeju
Unter der Oberfläche der Insel Jeju verbirgt sich eines der bemerkenswertesten Vulkanhöhlensysteme der Erde. Das Geomunoreum-Lavahöhlensystem — ein Netzwerk von Tunneln, die vor etwa 300.000 Jahren durch fließende Lava entstanden — erstreckt sich über den nordöstlichen Teil der Insel und gipfelt in Manjanggul, einer der längsten Lavahöhlen der Welt. Als Teil des Vulkaninsels Jeju und der Lavahöhlen, seit 2007 UNESCO-Weltnaturerbe, bewahren diese unterirdischen Gänge geologische Formationen von außerordentlicher Seltenheit und Größe. Für Besucher Jejus ist der Abstieg in Manjanggul eines der überraschendsten Erlebnisse der Insel.
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Wie die Lavahöhlen entstanden
Das Geomunoreum-Lavahöhlensystem entstand durch eine Reihe von Vulkanausbrüchen, die ihren Ursprung am Geomunoreum hatten, einem Parasitärkegel an den nordöstlichen Hängen des Hallasan. Als Lava rasch den Hügel hinunter zur Küste floss, kühlte die Außenfläche ab und erstarrte, während geschmolzenes Gestein weiterhin durch das Innere strömte — bis es schließlich abfloss und einen hohlen Tunnel hinterließ. Dieser Prozess, der sich über Tausende von Jahren wiederholte, erzeugte ein verbundenes Höhlennetzwerk, das sich fast 13 Kilometer vom Ausbruchszentrum bis zum Meer erstreckt.
Was dieses System außergewöhnlich macht, ist nicht nur seine Länge, sondern die Vielfalt und Qualität seiner inneren Formationen. Sekundärmineralien, die im Laufe von Jahrtausenden durch Grundwasser abgelagert wurden, haben Höhlenkorallen, Stalaktiten, Lavasäulen und aufwendige Karbonatformationen hervorgebracht, die weltweit selten gemeinsam in einem einzigen Lavahöhlensystem anzutreffen sind.
Was Sie in Manjanggul sehen
Manjanggul ist der einzige für die Öffentlichkeit zugängliche Abschnitt des Systems, und etwa ein Kilometer seiner insgesamt 7,4 Kilometer langen Strecke ist zu Fuß begehbar. Der Durchgang ist stellenweise breit genug, um wie eine Kathedrale zu wirken — die Decken erreichen Höhen von bis zu 23 Metern — und die Höhle hält das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von etwa 11 °C, was sie im Sommer natürlich kühl und im Winter wärmer als die Außenluft macht.
Das ikonischste Merkmal der Höhle ist eine 7,6 Meter hohe Lavasäule am Ende des zugänglichen Abschnitts — eine der höchsten ihrer Art weltweit. Sie entstand, als von der Decke tropfende Lava sich im Laufe der Zeit aufschichtete, und bildet den Höhepunkt des Besuchs. Die Beleuchtung entlang der zugänglichen Route ist bewusst minimal gehalten, um die natürliche Atmosphäre der Höhle zu bewahren und gleichzeitig die geologischen Formationen klar sichtbar zu machen.
UNESCO-Anerkennung und ihre Bedeutung
Im Jahr 2007 wurde das Geomunoreum-Lavahöhlensystem als Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Vulkaninsel Jeju und Lavahöhlen eingetragen — einer der wenigen Naturstandorte in Korea, die diese Auszeichnung erhalten haben. Die UNESCO-Bewertung hob ausdrücklich den herausragenden universellen Wert des Systems hinsichtlich der Geologiegeschichte hervor und stellte fest, dass die Kombination aus Lavahöhlenlänge, Sekundärmineralvielfalt und Erhaltungsqualität weltweit einzigartig ist.
Die Eintragung umfasst drei Komponenten: den Geomunoreum selbst, die verbundenen Lavahöhlen einschließlich Manjanggul sowie den Seongsan-Ilchulbong-Tuffkegel an der östlichen Spitze Jejus. Zusammen repräsentieren sie verschiedene Aspekte des vulkanischen Ursprungs Jejus — vom Ausbruchszentrum bis zu den Küstenformationen, die durch dieselben uralten geologischen Kräfte geformt wurden.
Das Geomunoreum-Lavahöhlensystem besuchen
Die Manjanggul-Höhle befindet sich in Gimnyeong-ri an der nordöstlichen Küste Jejus, etwa eine Autostunde von Jeju-Stadt entfernt. Die Höhle ist ganzjährig geöffnet, und der einen Kilometer lange zugängliche Abschnitt lässt sich in etwa 30 bis 40 Minuten in gemächlichem Tempo erkunden. Festes Schuhwerk wird empfohlen — der Höhlenboden ist stellenweise uneben — und eine leichte Schicht ist angesichts der konstant kühlen Temperatur im Inneren ratsam.
Der Geomunoreum selbst ist über eine separate, reservierungspflichtige Führung zugänglich, die aufgrund von Naturschutzauflagen nur an ausgewählten Wochentagen angeboten wird. Für Besucher mit tieferem Interesse an der Geologie des Systems bietet die Kombination einer Geomunoreum-Wanderung mit einem Manjanggul-Höhlenbesuch ein vollständiges Bild der Landschaft ober- und unterhalb der Oberfläche.